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Rückblick auf unsere Vernetzungsveranstaltung im Rahmen der Qualifizierung Sozialberatung
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Am 27. Mai 2026 fand unsere Vernetzungsveranstaltung im Rahmen der »Qualifizierung Sozialberatung« in unserem Kolleg statt. Gemeinsam mit Vertreter*innen verschiedener Beratungs- und Unterstützungssysteme, dem Vorstand von QuerWege e. V. sowie den Teilnehmenden des aktuell laufenden Qualifizierungskurses konnten wir einen lebendigen, offenen und konstruktiven Austausch gestalten.
Ziel der Veranstaltung war es, den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, zentrale Akteur*innen der Sozialberatungslandschaft in Jena und Umgebung kennenzulernen, Einblicke in unterschiedliche Arbeitsweisen zu gewinnen und Schnittstellen innerhalb des Hilfesystems besser zu verstehen. Dabei standen insbesondere das persönliche Kennenlernen, der Abbau von Schwellenängsten sowie die Entwicklung erster Kontakte für die zukünftige berufliche Praxis im Mittelpunkt.
In einem dialogischen Format kamen die Beteiligten miteinander ins Gespräch, tauschten Erfahrungen aus und diskutierten anhand eines Fallbeispiels über Zuständigkeiten, Herausforderungen und Kooperationsmöglichkeiten in der Sozialberatung. Dabei wurde deutlich, wie komplex Anliegen von ratsuchenden Familien in der Alltagspraxis häufig sind und wie wichtig es ist, vorhandene Strukturen, Angebote und Zuständigkeiten gut zu kennen.
Besonders wertvoll war die Offenheit aller Beteiligten. Im gemeinsamen Austausch konnten nicht nur bestehende Unterstützungssysteme sichtbarer werden, sondern auch Herausforderungen benannt werden, die in der praktischen Arbeit immer wieder entstehen: etwa bei Übergängen zwischen Hilfesystemen, bei unklaren Zuständigkeiten oder bei der Frage, welches Angebot in welcher Situation tatsächlich passend ist.
Gerade vor diesem Hintergrund wurde deutlich, dass Sozialberatung perspektivisch nicht als »mehr vom Selben« verstanden werden soll. Vielmehr geht es darum, ein niedrigschwelliges, orientierendes und gut vernetztes Beratungsangebot für Familien zu entwickeln, das Ratsuchende unterstützt, passende Wege im bestehenden Hilfesystem zu finden. Eine trennscharfe Einordnung der eigenen Beratungsleistung ist dafür zentral: Sozialberatung ersetzt keine spezialisierten Fachberatungen, kann aber Zugänge erleichtern, Anliegen sortieren, nächste Schritte klären und bei Bedarf gezielt weitervermitteln.
Die Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Vernetzung, gegenseitiges Verständnis und ein vertrauensvoller Austausch für eine gelingende Unterstützung von Ratsuchenden sind. Für die Teilnehmenden bot sich die Gelegenheit, regionale Strukturen praxisnah kennenzulernen und erste tragfähige Kontakte zu knüpfen. Gleichzeitig entstanden wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung bestehender Kooperationen und Netzwerke.
Ein herzliches Dankeschön an alle beteiligten Akteur*innen für ihre Zeit, ihre Erfahrungen und ihre Bereitschaft, diesen Austausch mitzugestalten. Gemeinsam leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einer bedarfsgerechten, niedrigschwelligen und zukunftsorientierten Sozialberatungslandschaft in Jena und Umgebung.
• Herr Wohland, Fachdienstleiter Jugendhilfe
• Frau Wolfer, Fachdienstleitung Jugend und Bildung
• Frau Muskalla, Beauftragte für Menschen mit Behinderung
• Frau Escher, Verfahrenslotsin der Stadt Jena
• Herr Mende, Berater Betriebliche Gesundheitsförderung AOK
• Frau Lange, Koordinatorin von Barbara Wolf/Fachdienst Soziales, Sozialamt Jena
Info:
Das Angebot der Sozialberatung richtet sich z.B. an Familien mit einem Kind mit einer Behinderung. Sozialberater*innen unterstützen Familien, indem sie diese zur Sozialgesetzgebung und ihnen zustehenden Gelder beraten und bei der Antragstellung helfen. Diese Gelder setzen die Familien so ein, dass deren herausfordernde Lebenslagen erleichtert und Teilhabe ermöglicht wird. Aktuell werden in einem ersten Qualifizierungskurs 12 Teilnehmende über 1,5 Jahre in verschiedenen Methoden geschult, die dann als selbststände Sozialberater*innen oder in ihren Einrichtungen tätig sein können.
published on 04. June 2026